Mosaik 413 - Unter Druck

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Stammdaten
Titelbild Erschienen Mai 2010
Nachdruck Strafgericht in London
Umfang 36 Seiten Comic
+ 16 Seiten Mittelteil
Panel 170 + Titelbild + S. 2
Katalog noch nicht erfasst
Serie Liste aller Abrafaxe-Mosaiks
Hauptserie: Barock-Serie
Heft davor Der Teufelsritt
Heft danach Gestrandet

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Seite 2: Auszug aus dem Archiv der Bibliothek
Erzähler: anonymer Erzähler
Gottfried Wilhelm Leibniz und sein Sekretär Brabax sind auf Befehl des Kurfürsten Ernst August von Hannover, Leibniz’ Dienstherren, zum Schloss Herrenhausen gereist. Der Kurfürst benötigt dringend die Hilfe des Gelehrten. Die Fontäne im Schlosspark ist nur ein winziges Fontänchen. Ernst August wünscht, dass Leibniz die Fontäne auf eine einem Kurfürsten angemessene Höhe von hundert Fuß bringt. Aber auch die Kurfürstin Sophie möchte Leibniz dringend sprechen. Wenn es stimmt, dass in England ein neues Gesetz beschlossen wird, dass Katholiken von der Thronfolge ausschließt, wäre sie die nächste Königin von England.
Als Leibniz und Brabax die beanstandete Fontäne im Park in Augenschein nehmen wollen, treffen sie auf den wütenden Gärtnermeister Heckenschreck. Dieser ärgert sich über den kurfürstlichen Enkel Georg August. Der ungezogene Bengel reitet geradewegs durch die vom Gärtner gepflegten Hecken und macht so dessen wochenlange Arbeit zunichte.
Die ehemaligen Rudersklaven des Herzogs von Caran d'Ache, unter denen sich auch Abrax, Califax und ihr Freund Baldo befinden, sind mit der Galeere des Herzogs auf dem Weg nach Frankreich. Baldo, der unsterblich in die sich ebenfalls an Bord befindende Susanne verliebt ist, hat sich in der Kajüte des Herzogs dessen feine Kleider angezogen und sogar rasiert. So herausgeputzt gesteht er seiner Herzensdame, wie sehr er sie verehrt. Susanne glaubt allerdings, den echten Herzog, ihren schlimmsten Feind, vor sich zu haben. Entsprechend fällt auch ihre Antwort aus – Baldo wird recht unsanft auf die Schiffsplanken befördert. Erst als Califax ihm einen Spiegel bringt, begreift Baldo, dass er dem echten Herzog von Caran d'Ache mit dessen Perücke und Kleidern zum Verwechseln ähnlich sieht. Entsetzt entledigt er sich der herzoglichen Bekleidung. Nun, da es ja offensichtlich nur an den Kleidern lag, dass Susanne ihn abgewiesen hat, versucht er sein Glück gleich noch einmal. Aber Baldo ohne die Kleider des Herzogs, nur in seiner geflickten Unterwäsche, ist auch nicht direkt ein Bild zum Verlieben. Immerhin fällt Susannes „Nein“ diesmal wesentlich netter aus. Baldo möchte jetzt wenigstens wissen, wo sie ihre Kampfkunst gelernt hat. Auch Abrax und Califax sind interessiert, Susannes Geschichte zu erfahren. Also berichtet sie ihren aufmerksamen Zuhörern:
Nach dem Tod von Susannes Mutter nahm sie ihr Vater, ein Kaufmann aus Leipzig, mit auf seine Reisen. Sie sah dadurch viele interessante Städte, wie Venedig, Istanbul und Samarkand, und lernte viele verschiedene Menschen kennen. In Rom trafen Susanne und ihr Vater den Jesuiten Yamato Harunobo. Er hatte seine Heimat Japan verlassen, weil sein Glaube dort verboten worden war. Da er die erhoffte Hilfe in Rom nicht bekam, begleitete er seine neuen Freunde nach Kairo. Dass Susannes Vater in Kairo all sein Geld investiert hatte, stellte sich als großer Fehler heraus. Der Herzog von Caran d'Ache hatte ihn betrogen und Susannes Vater starb bald darauf. Yamato Harunobo kümmerte sich nun um Susanne und brachte ihr auch die Kampfkunst Hakuda bei. Vor einigen Wochen jedoch wurden Yamato und Susanne von Piraten überfallen. Susanne wurde entführt und bei Korsika an den Herzog von Caran d'Ache verkauft.
Im Schloss Herrenhausen stellt Leibniz derweil seine Pläne für die Fontäne vor. Der ungeduldige Kurfürst befiehlt, dass die Fontäne innerhalb von zwei Wochen auf eine Höhe von hundert Fuß zu bringen ist. Sein vorlauter Enkel Georg August will auf Leibniz reiten, wenn der das nicht schafft. Brabax schlägt daraufhin folgende Wette vor: Sollte es Leibniz und ihm nicht gelingen, die Fontäne auf die geforderte Höhe zu bringen, spielt Leibniz Pferdchen, anderenfalls wird Georg August drei Wochen dem Gärtnermeister Heckenschreck helfen.
Als Baldo die Kleider des Herzogs von Caran d'Ache über Bord der Galeere werfen will, überredet ihn Abrax, das nicht zu tun. Er solle sich doch mal vorstellen, was für ein Spaß es wäre, wenn er als Herzog verkleidet nach Versailles käme.
In Hannover führt Brabax dem skeptischen Leibniz in dessen Haus seinen Plan für die hundert Fuß hohe Fontäne vor: In einen Kessel gibt er Essig und Natron. Es kommt zu einer Reaktion der beiden Stoffe, bei der ein Gas freigesetzt wird. Das sich ausbreitende Gas wird in einen Wasserbehälter geleitet und verdrängt das Wasser, das als Fontäne aus dem Behälter austritt.
Als die fertiggestellte Fontäne im Schlosspark in Betrieb genommen werden soll, verstopft Georg August, der keine Lust auf Gartenarbeit hat, diese mit seiner Jacke. Der Druck des Wasserstrahls ist aber so stark, dass Jacke und Kind von der Fontäne hoch in die Luft geschleudert werden, mindestens hundert Fuß hoch. Um Georg August wieder auf den Boden zu holen, muss das Ventil geschlossen werden. Durch den aufgestauten Druck ist ein erneutes Öffnen des Ventils nicht möglich, es kommt zur Explosion des Wasserkessels. Trotzdem wurde die Wette von Brabax und Leibniz gewonnen und Georg August muss sich bei Heckenschreck zur Gartenarbeit melden. Leibniz erhält nun vom Kurfürsten den Befehl, die zerstörte Fontäne durch eine sicherere Variante - das von Leibniz ursprünglich geplante Projekt mit Kanal und mechanischen Pumpen - zu ersetzen. Die Umsetzung wird allerdings Jahre dauern. Und eigentlich wollte Leibniz mit Brabax im Auftrag der Kurfürstin Sophie nach London reisen. Daraus wird nun nichts. Allerdings kann Leibniz die Kurfürstin davon überzeugen, seinen Sekretär als vertrauenswürdigen Boten nach London zu schicken. Brabax hofft, dort auch seine Freunde Abrax und Califax zu treffen.

[Bearbeiten] Figuren

Wissenschaftliche Literatur in der kurfürstlichen Bibliothek zu Hannover

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Am Tor von Schloss Herrenhausen ist ein faustartiger Klopfer (S. 3).
  • In der Hecke befindet sich eine "Heckentür" (S. 4).
  • Leibniz' Haare bzw. Perücke hat es wohl mit dem Geld - auf Seite 5 rechts oben mit Dollar und auf Seite 6 rechts oben mit Euro.
  • Der Marienkäfer flirtet mit einem Schmetterling (S. 8).
  • Die Ratte trifft auf dem Schiff eine schwarze Ratte, die auch drei Ohrringe trägt (S. 11).
  • Das erste Panel auf S. 40 zeigt die Fassade des Leibnizschen Wohnhauses in Hannover. – Leibniz und Brabax arbeiten dort an einem Projekt im Auftrag von Kurfürst Ernst August. Der reale Leibniz hat das Haus in der Schmiedestraße 10 aber erst im September 1698, acht Monate nach dem Tod des Kurfürsten im Januar 1698, bezogen.
  • An der Wand hängt ein kleines gerahmtes Bild von La Linea, einer bekannten Trickfilmfigur von Osvaldo Cavandoli (S. 40).
  • Im Bücherregal von Leibniz steht ein Buch mit dem Titel Kekse (eine Anspielung auf die 1891 nach G. W. Leibniz benannten Cakes aus Hannover, 1911 vom Hersteller als Keks eingedeutscht) sowie eins mit dem Titel Kleines 1x1, das verhältnismäßig groß ist (S. 40 und 41).
  • Neben der Baustelle steht ein altes Toi-Toi-Toilettenhäuschen (S. 43).
  • Die arme Schnecke wird fast vom flennenden Georg August zertreten. (S. 50)
  • Auf einem Felsen bibbert ein Seestern mit Hosen. Spongebob lässt grüßen (S. 52).
  • Der Fischer auf dem Wandbild (Seite 42 unten rechts) hat anscheinend ein kleines Flugzeug an der Angel - oder einen fliegenden Fisch. – Die Fassade des Leibnizhauses wurde detailgetreu gezeichnet, allerdings sind die beiden Reliefs im letzten Panel auf S. 42 Erfindungen. Im Original befinden sich an dieser Stelle die biblischen Motive Simson und der Löwe und David und Goliath.

[Bearbeiten] Redaktioneller Teil

[Bearbeiten] Mitarbeiter

[Bearbeiten] Weitere Besonderheiten

  • Dem Heft lag der 1. Teil eines Riesen-Posters bei, auf dem Califax seine Kochkünste zeigt. Auf der Rückseite des Posters war nochmals das Heftcover, allerdings als "Finde die Unterschiede!"-Suchbild abgedruckt. Dafür machen Brabax und Leibniz jeweils eine entsprechende Sprechblasenbemerkung.
  • Vorab erschienen zwei Arbeitsversionen des Titelbildes von Jens Fischer, Andreas Schulze und Thomas Schiewer auf der Verlagshomepage. Einer dieser Entwürfe zeigt noch einen grauen Labortisch und einen roten Mosaik-Schriftzug (Bild 1), der zweiten Version fehlt nur der Hefttitel (Bild 2).
  • Eínige Zeit später wurde bei facebook und im Comicforum eine kleine Panelcollage veröffentlicht (Bild 3).
  • Das Heft erschien als E-Comic (Bild 4). Auf der Titelseite fehlen der ursprüngliche Ausgabemonat und der originale Heftpreis.
  • 2011 erschien das Heft unter dem Titel Under pressure in englischer Sprache als E-Comic (Bild 5).
  • Es ist auch ein Abbildung des Covers bekannt, die bereits den Hefttitel trägt, jedoch einen violetten Mosaik-Schriftzug zeigt (Bild 6). Ob es sich hierbei um einen Entwurf handelt oder das Bild auf einen farblich verschobenen Scan zurückzuführen ist, liegt im Dunkeln.

[Bearbeiten] Externe Links

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