Mosaik 420 - Kabale und Liebe

Aus MosaPedia

(Weitergeleitet von 420)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stammdaten
Titelbild Erschienen Dezember 2010
Nachdruck Der Ball zu Versailles
Umfang 36 Seiten Comic
+ 16 Seiten Mittelteil
Panel 175 + Titelbild + S. 2
Katalog noch nicht erfasst
Serie Liste aller Abrafaxe-Mosaiks
Hauptserie: Barock-Serie
Heft davor Vagabund in Liebesnöten
Heft danach Unter Schmugglern

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Seite 2: Brief von Susanne an Baldo
Erzähler: anonymer Erzähler
Die Okkultisten in London sind noch immer auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Sie haben herausgefunden, dass Brabax, der das Geheimnis ihrer Meinung nach kennt, bei Robert Hooke wohnt. Lord Ashcroft hat jetzt folgende Idee: Hookes Diener, der ein Schwager von Ashcrofts Diener Reynold und ein geldgieriger Halunke ist, soll Brabax mit Schlafmittel versetzten Wein servieren und dann, wenn alle schlafen, den Okkultisten Hookes Haus öffnen. Der schlafende Brabax kann dann einfach mitgenommen werden.
Im Moment ist Brabax aber noch ausgesprochen wach und diskutiert lautstark mit Gottfried Wilhelm Leibniz. Brabax möchte nach Versailles zu seinen Freunden Abrax und Califax. Leibniz, dessen Sekretär er im Moment ist, braucht ihn aber in London.
In Versailles laufen die letzten Vorbereitungen für den Spanischen Ball. Auf dem Ball soll die Verlobung des Herzogs von Caran d'Ache (bei dem es sich eigentlich um den als Herzog verkleideten Landstreicher Baldo handelt) mit der Gräfin de la Tourette bekannt gegeben werden. Califax ist überglücklich, weil Abrax und er morgen zusammen mit Baldo endlich zu Brabax nach London aufbrechen werden. Gut gelaunt macht er sich auf den Weg zum Hofschneider, um die Kostüme für den Ball abzuholen. Baldo dagegen ist zutiefst deprimiert. Zwar hat er Susanne in Versailles getroffen, diese hat ihm aber erneut eine heftige Abfuhr erteilt. Während Califax in der Hofschneiderei wartet, kommt Susanne auf ihn zu und übergibt ihm einen Brief für Baldo. In dem Brief erklärt sie, dass sie Baldo nicht erkannt hatte, sondern dachte, den echten Herzog von Caran d'Ache, ihren schlimmsten Feind, vor sich zu haben. Susanne bittet Baldo, sie vor der Verlobung mit der Comtesse zu sprechen. Sie wird ein Kostüm in Rot und Schwarz sowie eine silberne Maske tragen. Baldo schwebt im siebenten Himmel. Nach London möchte er jetzt natürlich nicht mehr. Califax und Abrax brauchen aber seine Hilfe, um nach England zu reisen, was Califax zu einer folgenschweren Tat bewegt. Er begibt sich zur Gräfin de la Tourette und behauptet, der Herzog wünsche, dass sie in einem Kleid in Rot-Schwarz mit einer silbernen Maske auf dem Ball erscheine, wo er ihr etwas Wichtiges zu sagen habe. Und so kommt es, dass beide, Susanne und die Gräfin, auf dem Ball in einem rot-schwarzen Kleid und mit einer silbernen Maske erscheinen und Baldo sich versehentlich mit der Gräfin de la Tourette draußen im Park im Mondschein trifft. Dort berichtet er, was es doch für ein Spaß ist, dass niemand gemerkt hat, dass er gar nicht der echte Herzog ist und dass dieser, wenn er an den Hof zurückkehrt, die Comtesse de la Tourette heiraten muss. Die Gräfin, die ihre Pläne Herzogin zu werden in Gefahr sieht, drängt Baldo daraufhin, den König zu bitten, sie beide noch in dieser Nacht zu trauen. Indem er dem König alle seine Güter (also alle Güter des Herzogs von Caran d'Ache) überträgt, gelingt es Baldo, den König zu überzeugen, die Vermählung umgehend durchzuführen. Während ihres Jawortes nimmt die Braut die Maske ab und Baldo erkennt mit Schrecken, dass er gerade die Gräfin de la Tourette geheiratet hat. Susanne, die in diesem Moment auftaucht, ist ebenfalls schockiert und verlässt sofort fluchtartig den Raum. Baldo denkt nun, dass das alles - einschließlich Susannes Brief - nur ein Trick der Comtesse war und dass Susanne sich gar nicht für ihn interessiert. Also wird er morgen doch mit Abrax und Califax nach London reisen. Califax hat jetzt ein so schlechtes Gewissen, dass seine Freude über die baldige Abreise merklich gedämpft ist.
In London macht Robert Hookes Diener an diesem Abend durch seine Dienste für die Okkultisten Lord Ashcroft, Viscount Edward und Lady Evergreen ein gutes Geschäft. Er bekommt ein Pfund Sterling für den Zutritt zu Hookes Haus und ein weiteres Pfund dafür, dass er den Weg zum schlafenden Hooke zeigt. Die Information, wo sich Brabax’ Zimmer befindet, kostet noch ein Pfund. Allerdings ist Brabax’ Glas mit dem mit Schlafmittel versetzten Wein unberührt, da Brabax keinen Alkohol trinkt. Voreilig bezahlt Viscount Edward weitere zehn Pfund, um zu erfahren, wo sich Brabax jetzt befindet, bekommt aber nur die Aukunft, dass der Diener das nicht weiß. Brabax, der beschlossen hat auch ohne Leibniz’ Zustimmung nach Versailles zu Abrax und Califax zu reisen, hat Robert Hookes Haus längst heimlich verlassen und klärt gerade mit George und den anderen Schmugglern die Formalitäten für die Überfahrt nach Frankreich.

[Bearbeiten] Figuren

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Der Hefttitel ist natürlich eine Anspielung auf das gleichnamige Drama von Friedrich Schiller.
  • Auf S. 5 wandelt Wido Wexelgelt durch London.
  • Hookes aufmerksame Nachbarin hat Tag und Nacht im Auge, wer kommt und geht. Tags schüttelt sie Wäsche aus (S. 5.), nachts das Bettgeschirr (S. 49).
  • Auf S. 6 nimmt Baldo auf einem kuriosen Sitzmöbel Platz, das barockes Design mit der Technik eines modernen Bürostuhls (Drehfuß, Rollen, Hebel zur Sitzverstellung) vereint.
  • Der Hofschneider Charles Camp du Champ (S. 8/9) ist eine Karikatur des Modeschöpfers Karl Lagerfeld, sowohl mittels seiner Gestalt als auch durch den Namen (Charles = Karl; Camp = Lager; Champ = Feld). Der andere Schneider (S. 8) erinnert ein wenig an Lagerfelds Kollegen Wolfgang Joop.
  • Am Spiegel des Herzogs von Caran d'Ache (S. 14) klemmen ungerahmte Porträtbilder.
  • Auf der Kommode steht ein sehr merkwürdiges Bild: eine Comicfigur (oder Kinderzeichnung?) in einem barocken Rahmen (S. 15 oben).
  • Beim Spanischen Ball (S. 16/17) läuft ein Hund herum, der genauso kostümiert ist wie die Hunde beim Wiener Kostümfest. Unter den ausgestellten Modellen berühmter Bauwerke befindet sich eines von Burg Rübenstein, das ein als Don Quixote kostümierter Festgast betrachtet, und eines der Sagrada Famila, die zum Zeitpunkt des Balls noch gar nicht geplant war. Ist Antonio Gaudi nur ein Kopist? An der Stierkampfarena besieht sich Hernando Cortez das Treiben. Der Herr im Vordergrund links hat noch das Preisschild an der Mütze. Ein Gast im Zorro-Kostüm unterhält sich mit einem Asterix-typischen "Iberer" (hinten Mitte), während ein anderer (hinten rechts) sich mit der klassischen Groucho-Marx-Maske (Augenbrauen, Brille, Nase, Schnurrbart) tarnt.
  • Der Obstteller in den Händen der Kaltmamsell auf S. 36 gehört ins 20./21. Jahrhundert: Zur Zeit des Sonnenkönigs wurden Bananen im Mittelmeerraum angebaut, Zitrusfrüchte (Orangen etc.) auch als Kübelpflanzen in der Orangerie zu Versailles. Beide waren am Hofe sicher beliebt, aber für das gemeine Volk unerschwinglich und dürften dementsprechend prunkvoll präsentiert worden sein. Der hier den Teller dominierende "Rest" ist gewöhnliches einheimisches Obst vom Wochenmarkt.
  • Die Gräfin de la Tourette hat Baldos Namen offenbar nicht richtig verstanden, denn sie nennt ihn Ballbo (S. 40).
  • Die arme Schnecke kriecht über ein abstürzendes Tablett (S. 44 oben). - Da in der französischen Küche Schnecken (escargot) kaum zusammen mit Gebäck oder Pralinen gereicht werden, dürfte es sich hierbei nicht um einen Gabelbissen handeln - zum Glück für die arme Schnecke!
  • Im selben Bild (S. 44 oben) trägt einer der kostümierten Ballbesucher Schuhe der Größe 42.
  • Auf S. 48 begehrt ein Frosch die Aufmerksamkeit der verzweifelt am Brunnenrand sitzenden Susanne - um geküßt und entzaubert zu werden?
  • Das Nachtgeschirr unter Brabax' Bett ist anscheinend undicht, es läuft aus (S. 50). Über dem Bett hängen bizarre Bilder, ein Mann ohne Kopf über dem Fußende; eine Gebirgslandschaft mit "Hanghäusern" über dem Kopfende.
  • Lady Evergreen erträumt sich ihre Verjüngung in Gestalt der Venus aus dem Gemälde "Die Geburt der Venus" von Sandro Botticelli (S. 51 oben rechts), allerdings immer noch mit Kopftuch!
  • Der Marienkäfer sitzt am Mast auf der letzten Seite.

[Bearbeiten] Redaktioneller Teil

Abbildung zum Artikel Der Weg ist das Ziel - Vorlage für den Springbrunnen im Labyrinth von Versailles aus Heft 419.

[Bearbeiten] Mitarbeiter

[Bearbeiten] Weitere Besonderheiten

  • Das Cover des Mosaik wurde in einer neuen Drucktechnik mit metallischen Glanzeffekten gedruckt. Deshalb kostet das Kiosk-Heft 2,95 €.
  • Diesmal fehlt auf den Cover die Aufschrift: MEHR ABENTEUER • MEHR WISSEN • MEHR SPASS.
  • Vor Erscheinen wurde auf der Homepage des Verlages eine Variante des Titelbilds veröffentlicht (Bild 1).
  • Mit dem Newsletter 82 erschien gleichzeitig auf der Homepage die endgültige Fassung des Titelbildes (Bild 2).
  • Das Heft erschien unter dem Titel Love and Intrigue in englischer Sprache als E-Comic (Bild 3).

[Bearbeiten] Externe Links

Persönliche Werkzeuge