Marquis Philippe de la Vermotte-Toupet

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Version vom 03:43, 20. Mai 2020

Der Marqius de la Vermotte-Toupet, ein französischer Adliger in geheimer Mission

Der Marquis Philippe de la Vermotte-Toupet ist eine Figur aus der Anno-1704/05-Serie. Während er in deren erstem Kapitel, der Österreich-Ungarn-Serie, noch eine etwas zwiespältige/geheimnisvolle Rolle spielt, avanciert er in der folgenden Knödel-Fanny-Serie zum Hauptbegleiter der Abrafaxe.

Inhaltsverzeichnis

Person

Der Marquis stammt aus französischem Uradel. Seine Vorfahren speisten mit Karl dem Großen und waren Troubadoure. Als Marquis (Markgraf) hat er sicher eigene Ländereien, um Geld macht er sich jedenfalls nie Sorgen. Er hat zusammen mit Wühler bei Vauban Festungsbau studiert. Der Marquis befindet sich auf diplomatischer Mission. Er soll im Auftrag des französischen Königs Ludwig XIV. die Möglichkeit einer Allianz mit den Kuruzen ausloten. Durch seine Ausbildung als Militäringenieur könnte er auch deswegen für die Mission ausgewählt worden sein, um gleichzeitig die österreichischen Arbeiten an der "Linie" auszukundschaften.

Nach dem Ende einer umfangreichen diplomatischen Mission fällt er - unverschuldet - in königliche Ungnade. Er hält um die Hand der Knödelfee Fanny an und wird sie heiraten. Gemeinsam planen sie ein Restaurant an den Champs Elysees zu eröffnen und Kinder zu bekommen. Er entsagt also der Liebe wegen seinen adligen Standesverpflichtungen.

Taten

Der Marquis (mit Fanny und Tyras) in seinem neuen Heim an den Champs Elysees - Zeichnung von Steffen Jähde

Auf Mission nach Wien

Die Abrafaxe begegnen dem als Geistlichen verkleideten Marquis auf ihrer Reise nach Wien. Der vorgebliche Abbé verhält sich sehr abwesend, so dass sie ihn zunächst nicht weiter beachten. Dann jedoch wird die Reisekutsche von vier übellaunigen Dragonern gestoppt, die auf der Suche nach Kuruzen sind. Dies wird dem Marquis zu heiß und er verschwindet im Wald, nicht ohne den Brief des Erzherzogs an sich zu nehmen, den der Hansl verloren hatte. Kurz darauf taucht der Marquis wie ein Unschuldslamm im Gasthaus zum Wilden Mann in Hintermoos wieder auf. Dort gerät er aber umgehend ins Visier der Gendarmen Bösl und Grantiger, die von den Dragoneroffizieren auf die Fährte von Ludas Matyi gehetzt worden waren. Die Gendarmen verdächtigen den verschlossenen Abbé, der Matyi zu sein - nicht ahnend, dass sie einen wirklichen französischen Spion vor sich haben. Durch einen Zufall entdeckt der als Zigeuner getarnte Ludas Matyi das hohle Gebetsbuch des Marquis, in welchem dieser seine Geheimpapiere versteckt hält. Matyi als berühmter Kuruzenführer sorgt natürlich dafür, dass die Pläne für eine Kuruzenallianz umgehend die richtige Adresse erreichen. Doch der Marquis selbst ahnt davon nichts und gerät dadurch in höchste Gefahr. Obwohl in die Abrafaxe in letzter Minute vor dem Zugriff der Gendarmen warnen können, wird der Marquis des Nachts dennoch verhaftet, als er sein Gebetbuch aus dem Versteck holen will - er kann ja nicht wissen, dass das Buch längst gefunden wurde.

Etwas später transportieren die Gendarmen den Marquis in einem Gefängniswagen in Richtung Wien. Unterwegs geraten weitere Personen in die Fänge der unfähigen Gendarmen, die allesamt als Kuruzen verhaftet werden. Darunter befindet sich auch ein früherer Studienkollege des Marquis, der jetzige Festungsbaumeister von Wühler. Dieser erkennt den Marquis wieder und erinnert ihn an gemeinsame Studienzeiten bei Vauban in Paris. Kurz darauf werden die Gefangenen befreit, und der Marquis verschwindet erst einmal spurlos aus der Handlung.

Über Ungarn und Bayern nach Paris

Überraschend taucht der Marquis im Folgejahr in Wien auf. Ein geheimnisvoller Mann bringt zunächst mit monetären Argumenten Hans Wurst dazu, ihn am späten Abend zu einem verfallenen Haus zu begleiten. Der ahnungslose Hansl, der mit einem speziellen Patienten rechnet, ist völlig überrascht, den Marquis wiederzutreffen. Dieser erzählt Hansl, dass er gerne Kontakt zum Ludas Matyi beziehungsweise den Kuruzen herstellen würde. Da der Hansl auch nicht weiß, wo sich Matyi gerade aufhält, verweist er den Franzosen darauf, es halt irgendwo in Ungarn zu versuchen. Leider haben sich auch diesmal wieder die Gendarmen auf Hansls Spuren gesetzt und platzen nun in das geheime Treffen herein. Gerade noch kann der Marquis mit seinem Helfer verschwinden, Hansl aber wird verhaftet.

Nachdem sein Treffen mit Hans Wurst in Wien gescheitert ist, verschwindet er und taucht erst nach dem Finale in Munkacz wieder auf. Die Abrafaxe begleiten ihn bis nach Paris, wo er den König treffen und über seine eigentlich erfolgreiche Mission bei den Kuruzen berichten möchte. Die Reise verläuft aber alles andere als reibungslos. Bei der Durchreise durchs Bayerische gerät die Reisegesellschaft in die Fänge von Räubern und wird in eine Höhle verschleppt. Bei dieser Gelegenheit lernt man die reisende Knödelköchin Fanny kennen, die nun ständige Reisebegleitung wird. Mit der Zeit entwickelt der Marquis mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Fanny, die aber erst mit etwas Verzögerung erwidert werden. Bei der Durchreise über Knödlingen kommt es zu neuen Verzögerungen, bis der Marquis endlich weiter nach Paris reisen kann. Unterwegs erhält er von einem französischen General ernüchternde Nachrichten über die Lage Frankreichs, so dass sich der Marquis recht sputen muss.

In Paris angekommen, entwickelt sich die Lage erst einmal positiv. Der Marquis erhält beim König einen Termin, während dessen Besuchs in der Gobelinmanufaktur. Obwohl der König das Bündnis mit den Kuruzen kaum noch in Erwägung zieht, lässt er sich durch kräftiges Zutun von Califax überreden, dem Marquis weiter zu vertrauen. Da platzen Abrax und Brabax herein und machen mit einer unbedachten Bemerkung alles zunichte. Der Marquis ist erbost - haben die beiden doch seine vielversprechende Karriere abrupt gestoppt. Doch er macht schließlich das Beste aus der Situation - er heiratet Fanny und die beiden eröffnen ein Restaurant auf den Champs Elysees.

Sprechender Name

Der Name de la Vermotte-Toupet ist eine der gelungensten Schöpfungen des Autors Lothar Dräger. Er ist einerseits ein Wortspiel mit "vermottetes Toupet" und verweist andererseits auf den hugenottischen Romantikdichter und Freiheitskämpfer Friedrich de La Motte-Fouqué (1777-1843). Ein gedanklicher Vorläufer ist der Marquis de la Vermotte Canapee, ein Pseudonym von Oberst Meinrath.

Weiterführende Lektüre

Philippe de la Vermotte-Toupet tritt in folgenden Mosaikheften auf

                  4/78, 5/78,       7/78, 8/78
                                          8/79, 9/79, 12/79
1/80, 2/80, 3/80, 4/80, 5/80, 6/80, 7/80, 8/80

Titelbild von  4/84
Suchbild von  12/85
Titelbild von   240
Cameo: (Porträt im Kit-Cat Club und evtl. auch als Schornsteinfeger in London) in Heft 415, 500
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