Walter Püschel

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In den 50er Jahren wurde Püschel intensiv von der Stasi observiert. Im Jahre 1964 (also mehrere Jahre nach seiner Tätigkeit für das MOSAIK) konnte man ihn schließlich für eine Spitzeltätigkeit als IM "Adler" rekrutieren, indem man ihn mit seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS am Kriegsende erpresste, die er beim Eintritt in die SED verschwiegen hatte. Er wurde im folgenden u.a. auf den Schriftsteller Erich Loest, den Liedermacher Wolfgang Biermann und Kollegen aus dem Eulenspiegel-Verlag angesetzt. Püschels Stasitätigkeit reichte bis mindestens 1983.
In den 50er Jahren wurde Püschel intensiv von der Stasi observiert. Im Jahre 1964 (also mehrere Jahre nach seiner Tätigkeit für das MOSAIK) konnte man ihn schließlich für eine Spitzeltätigkeit als IM "Adler" rekrutieren, indem man ihn mit seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS am Kriegsende erpresste, die er beim Eintritt in die SED verschwiegen hatte. Er wurde im folgenden u.a. auf den Schriftsteller Erich Loest, den Liedermacher Wolfgang Biermann und Kollegen aus dem Eulenspiegel-Verlag angesetzt. Püschels Stasitätigkeit reichte bis mindestens 1983.
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== Werke (Auswahl) ==
== Werke (Auswahl) ==

Version vom 14:24, 14. Jan. 2008

Walter Püschel (* 3. Februar 1927 in Einsiedel [Böhmen]; † 26. Dezember 2005 / Pseudonym: Walter Schell) war ein deutscher Schriftsteller, Lektor und Herausgeber.

Der Sohn eines Tischlers besuchte 1940 bis 1944 die Lehrerbildungsanstalt. Anschließend leistete er Kriegsdienst und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Aus dieser wurde er 1947 entlassen. Er trat der SED bei und war von 1947 bis 1951 Lehrer und Pionierleiter in der Niederlausitz.

Püschel arbeitete ab 1952 beim Verlag Neues Leben als Lektor. Zeitgleich war er Mitglied einer Arbeitsgemeinschaft Junger Autoren, besuchte die DVA[1] und studierte 1955 bis 1956 am Institut für Literatur »Johannes R. Becher« in Leipzig. Von 1957[2] bis 1958 war er Chefredakteur beim Mosaik. Fast 40 Jahre später schrieb er das Vorwort zu Henry Böhms Ein Rittersmann von Schrot und Korn, das 1995 im Berliner Eulenspiegel-Verlag erschien.

Ab 1959 war er freiberuflich als Schriftsteller tätig und schrieb u.a. Abenteuerromane. Der Indianer-Roman „Osceola“ von 1960 wurde 1971 mit Gojko Mitic in der Hauptrolle verfilmt. Ab 1962 war er außerdem leitender Lektor im Eulenspiegel-Verlag.

In den 50er Jahren wurde Püschel intensiv von der Stasi observiert. Im Jahre 1964 (also mehrere Jahre nach seiner Tätigkeit für das MOSAIK) konnte man ihn schließlich für eine Spitzeltätigkeit als IM "Adler" rekrutieren, indem man ihn mit seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS am Kriegsende erpresste, die er beim Eintritt in die SED verschwiegen hatte. Er wurde im folgenden u.a. auf den Schriftsteller Erich Loest, den Liedermacher Wolfgang Biermann und Kollegen aus dem Eulenspiegel-Verlag angesetzt. Püschels Stasitätigkeit reichte bis mindestens 1983.

Werke (Auswahl)

  • Osceola oder Seminolenkrieg in Florida, Kinderbuchverlag Berlin, Berlin 1960.
  • Robin und die Häuptlingstochter, Kinderbuchverlag Berlin, Berlin 1964.
  • Die Trommel des Mahdi , Verlag Neues Leben, Berlin 1973.
  • Crazy Horse, Kinderbuchverlag Berlin, Berlin 1979.
  • Das Schulschwein, Kinderbuchverlag Berlin, Berlin 1981.
  • Buffalo Bill. Eine Wild-West-Legende, Kinderbuchverlag Berlin, Berlin 1991.
  • Spaziergänge in Weißensee, Haude & Spener, Berlin 1993.
  • Old Shatterhand in Moabit, Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1994.
    Das Buch geht auf ein Hörspiel zurück, das 1988 erstmals gesendet und seitdem mehrfach wiederholt wurde.
  • Spaziergänge in Hohenschönhausen, Haude & Spener, Berlin 1995.
  • Boxen ist doch auch 'ne Kunst. Anekdoten um Max Schmeling, Eulenspiegel Verlag, Berlin 2000.

Literatur

  • Joachim Walther: Sicherungsbereich Literatur. Schriftsteller und Staatssicherheit in der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1996, passim, insbesondere S. 778-783

Anmerkungen

[1] DVA - Deutsche Verwaltungsakademie (?) [2] Im Vorwort zu Henry Böhms Ein Rittersmann von Schrot und Korn ist angegeben, dass er Chefredakteur des ersten Mosaik-Heftes, also bereits ab 1955 zuständig für das Mosaik gewesen sei.

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