König Heinrich IV. von Frankreich
König Heinrich IV. von Frankreich (1553-1610), der erste König von Frankreich aus der capetingischen Nebenlinie Bourbon, wird in einem redaktionellen Text der Wido-Wexelgelt-Serie im Mosaik ab 1976 erwähnt.
König Heinrich IV. im MOSAIK[Bearbeiten]
Im zweiten Teil des redaktionellen Beitrags Auf dem Weg zu einem neuen Europa, erschienen im Mittelteil von Heft 271, geht es u.a. um die Bürgerkriege in Frankreich zwischen 1562 und 1598, die sogenannten Hugenottenkriege. Deren Höhepunkt sei der Kampf der drei Heinriche - König Heinrich III. von Frankreich, König Heinrich von Navarra und Heinrich Guise - während des finalen, des Achten Hugenottenkrieges gewesen. Heinrich Guise, der Anführer der Katholiken, sei im Auftrag Heinrichs III. ermordet worden und dieser sei kurz darauf ebenfalls einem Attentat zum Opfer gefallen, worauf der übrig gebliebene Heinrich, der König von Navarra und Anführer der Protestanten, als Heinrich IV. neuer König von Frankreich geworden sei. Im Jahre 1598 habe er die Hugenottenkriege schließlich beendet und das Edikt von Nantes erlassen. Im Jahre 1610 sei hingegen beinahe ein europaweiter Religionskrieg ausgebrochen, als es um das Erbe der beiden kleinen Herzogtümer Jülich und Kleve ging. Nur die Ermordung Heinrichs IV. und damit der vorübergehende Verzicht Frankreichs auf kriegerische Unternehmungen habe dies für den Moment verhindert.
Zusätzlich ist ein Porträt von Heinrich IV. abgebildet (welches aus der Hand von Frans Pourbus dem Jüngeren stammt).
Zusätzlicher Hintergrund[Bearbeiten]
Heinrich IV. war seit dem Tod seines Vaters 1562 Herzog von Vendôme und nach dem seiner Mutter König von Nieder-Navarra, d.h. desjenigen Teils des alten Königreichs Navarra, der 1512 nicht von Aragon erobert worden war. Er war protestantisch erzogen worden und übernahm auch eine Führungsrolle bei den Hugenotten, den französischen Protestanten. Um die in Frankreich wütenden Religionskriege zu beenden, willigte er 1572 ein, die Schwester des Königs zu heiraten, Margarethe, genannt La Reine Margot. Während der Feierlichkeiten in Paris kam es aber in der Bartholomäusnacht zu einem Massaker an den Hugenotten, weshalb die Kriege weitergingen. Der König starb zwei Jahre darauf und wurde von seinen Bruder Heinrich III. beerbt. Zwischen diesem, Heinrich von Navarra sowie dem Anführer der Katholischen Liga, Heinrich Guise, entspann sich ab 1585 der sogenannte Krieg der drei Heinriche, der mit der Ermordung von Heinrich Guise 1588 und Heinrich III. 1589 sein Finale fand, worauf Heinrich von Navarra als Heinrich IV. König von Frankreich wurde. Er trat dafür zum katholischen Glauben über ("Paris ist eine Messe wert") und beendete 1598 mit dem Edikt von Nantes, das den Protestanten Religionsfreiheit zusicherte, endlich die jahrzehntelangen Hugenottenkriege. Dieses Zugeständnis verziehen ihm erzkatholische Kreise nie, weshalb eine Vielzahl von Attentaten auf ihn verübt wurde. Einem davon erlag er im Jahre 1610.
Heinrich IV. war der Großvater von Ludwig XIV., dem Sonnenkönig. Im deutschsprachigen Raum ist seine Geschichte vor allem durch den zweiteiligen Roman Henri Quatre von Heinrich Mann bekannt.
Externer Verweis[Bearbeiten]
- Heinrich IV. in der Wikipedia
König Heinrich IV. von Frankreich wird in folgendem Mosaikheft erwähnt[Bearbeiten]
Mittelteil von 271 (Auf dem Weg zu einem neuen Europa)