Madame Campan

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Madame Campan wird in einem redaktionellen Beitrag in der Barock-Serie des Mosaik ab 1976 erwähnt. Es handelt sich dabei um die Hofdame Jeanne Louise Henriette Campan, geborene Genet (1752-1822).

Die Kammerfrau im MOSAIK[Bearbeiten]

Im Artikel Manieren für Monarchen (Mittelteil von Heft 414) ist ein Auszug aus den Memoiren der Hofdame Campan abgedruckt, der die Absurdität der höfischen Etikette sogar für die höchsten Kreise in Versailles veranschaulicht. Demach habe sich Königin Marie Antoinette eigentlich nur ihr Nachthemd anziehen wollen, doch zuvor muss es durch diverse Hände gehen: Die Ehrendame gibt es der Kammerfrau (d.h. der Dame Campan), diese reicht es der Herzogin von Orléans, diese überlässt es Madame, der Gräfin von Provence, und diese schließlich darf damit die bibbernde Königin bekleiden.

Zur Person[Bearbeiten]

Henriette Campans Vater war ein Dolmetscher im Dienste des französischen Hofes. Sie diente am Königshof zunächst als Vorleserin der Töchter von Ludwig XV.; als Marie Antoinette im Jahre 1770 als junge Gemahlin des Thronfolgers nach Versailles kam, wurde Henriette Teil ihres Hofstaats. Sie stieg bis zur Position der Ersten Kammerfrau (première femme de chambre) auf. Nach der Französischen Revolution musste sie den Hof verlassen. Ab 1794 leitete sie eine Schule für höhere Töchter.

Ein Jahr nach ihrem Tod erschienen ihre Erinnerungen unter dem Titel Mémoires sur la vie privée de Marie-Antoinette, suivis de souvenirs et anecdotes historiques sur les règnes de Louis XIV, de Louis XV et de Louis XVI ("Memoiren an das Privatleben von Marie Antoinette, gefolgt von Erinnerungen und historischen Anekdoten über die Herrschaft von Ludwig XIV., Ludwig XV. und Ludwig XVI."). Diese stellen in der Tat eine wertvolle Quelle zum höfischen Leben im 18. Jahrhundert dar, insbesondere zur sogenannten Halsbandaffäre.

Im MOSAIK wird die deutsche Ausgabe Marie-Antoinette und ihr Hof - Memoiren der Madame Campan von 1938 zitiert. Seit 2025 gibt es eine neue Übersetzung unter dem Titel Das kurze und verschwenderische Glück der Königin Marie Antoinette - Die Aufzeichnungen ihrer Kammerfrau Henriette Campan.

Externer Verweis[Bearbeiten]

Madame Campan wird in folgendem Mosaikheft erwähnt[Bearbeiten]

Mittelteil von 414 (Manieren für Monarchen)