Ehrendame von Marie Antoinette
Die Ehrendame von Marie Antoinette wird in einem redaktionellen Beitrag in der Barock-Serie des Mosaik ab 1976 erwähnt. Es handelt sich dabei um Laure Auguste de Fitz-James, Fürstin von Chimay (1744-1814).
Die Ehrendame im MOSAIK[Bearbeiten]
Im Artikel Manieren für Monarchen (Mittelteil von Heft 414) ist ein Auszug aus den Memoiren der Hofdame Henriette Campan abgedruckt, der die Absurdität der höfischen Etikette sogar für die höchsten Kreise in Versailles veranschaulicht. Demach habe sich Königin Marie Antoinette eigentlich nur ihr Nachthemd anziehen wollen, doch zuvor muss es durch diverse Hände gehen: Die Ehrendame (also Laure Auguste) gibt es der Kammerfrau (d.h. der Dame Campan), diese reicht es der Herzogin von Orléans, diese überlässt es Madame, der Gräfin von Provence, und diese schließlich darf damit die bibbernde Königin bekleiden.
Zur Person[Bearbeiten]
Laure Auguste entstammte einer Nebenlinie der Stuarts - ihr Großvater James FitzJames war ein unehelicher Sohn von König James II. von England. Die Familie ging nach der Glorious Revolution 1688 zusammen mit den anderen Stuarts ins Exil und besteht in mehreren Zweigen in Frankreich und Spanien bis heute fort. Ihre Großmutter, ihre Mutter und drei ihrer Tanten hatten als Hofdamen (Dames du palais) von Königin Maria Leszczyńska von Frankreich (1703-1768) gedient, und Laure Auguste folgte ihnen 1762 in dieser Funktion. Sie heiratete im gleichen Jahr den Fürsten von Chimay (Hennegau), doch die Ehe blieb kinderlos. Als die junge Marie Antoinette, die frischgetraute Gemahlin des Thronfolgers, 1770 in Frankreich eintraf, wurde Laure Auguste auch in deren Hofstaat übernommen. Sie stieg 1775 zur Ersten Ehrendame (Première dame d'honneur) auf, dem zweithöchsten Hofdamenrang, da die fröhliche neue Königin mit der bisherigen, verknöcherten Amtsinhaberin nicht zurechtkam. Die neue Ehrendame wurde eine enge Vertraute von Marie Antoinette, galt im Lande aber als unpopulär. Sie verließ Frankreich während der Französischen Revolution Richtung Belgien und später Deutschland. Nach der Rückkehr aus dem Exil widmete sie sich hingebungsvoll der Armenpflege.
Externer Verweis[Bearbeiten]
Die Ehrendame von Marie Antoinette wird in folgendem Mosaikheft erwähnt[Bearbeiten]
Mittelteil von 414 (Manieren für Monarchen)